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Gedicht zur Legende der Ursulareliquie

lehrhaftes Gedicht

Hymnus

Schutzmantel-Ursulalied

Ikonographie

Darstellung als Schutzmantelheilige

Gruppendarstellungen

Legendenzyklen

Gedicht zur Auffindungslegende der Reliquie der heiligen Ursula

    Ein ander wunderbar Geschicht
    folgt, so wahrhaft und nicht erdicht,
    Damit allhier auf dieser Erd‘
    Gottes Allmacht offenbaret werd.
    Da keiner wist auff welchem plan,
    wo Ursula ihr Grab möchte han,
    Hat Gott durch eine Taub schneeweiß
    die Begräbnuß gezeigt mit fleiß,
    auff diß Miraculöß gestalt,
    wie der Außgang erwiesen bald.
    Als der Bischoff St. Cunibert
    Gott mit der Heilger Meß verehrt,
    Am orth, da der Jungfrawn Gebein
    in stether ruh begraben sein,
    Neben dem Geist- vnd weltlich hauff
    so dem Gottes dienst wart eiffrig auff,
    Kombt ein schnel fliegend Bott behent,
    welcher die wahre kundschafft brengt:
    Ein weisse Taub fleucht ab, fleucht an,
    setzt sich bald auff den Heilgen Man,
    Und treibt diß Vorspiel vngefehr
    drey stunden, fliegent hin und her.
    Inmittelst da die vmbsteent Schar
    deren zumal ansichtig war,
    Versteckt sie sich ins Grab hinein.
    Da ruhten Ursulä Gebein,
    Verhielt sich da gantz zweiffelhafft,
    doch man die sorg bald abgeschafft,
    Vnd nach deß Weisen Bischoffs rath
    Das Grab in eil eröffnet hat
    Vnd auß diesem Irdischen Hauß
    en Himmels schatz gezogen auß,
    Da dan die Auffschrifft deutet an
    er heiligen Jungfrawen Nam.
    Mein Gott! Was lob, was preiß, was danck
    sagt dir Geistlich und weltlich stand?
    In eil ward da ein werck gemacht
    Von Golt, Silber, mit großer pracht,
    Darin der Martere Gebein
    In ruh vnd fried begraben sein.

    (Gedicht auf dem Allerseelenaltar der Basilika St. Ursula in Köln
    in der deutschen Fassung aus dem 17. Jahrhundert)


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